BaWü is(s)t nachhaltig.

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Ernährungsbotschafter Andreas Tickert

Gemeinsam Lebensmittel retten - so geht´s!

Wie erkennt man noch genießbare Lebensmittel?

Unser Ernährungsbotschafter Andreas Tickert steht für den 4. Leitsatz "Lebensmittelverschwendung reduzieren".
Der Lehrer für Biologie und Chemie engagiert sich ehrenamtlich im Bettringer Bürgerverein e. V. und rettet noch genießbare Lebensmittel vor dem Wegwerfen. Außerdem ist er ehrenamtliches Mitglied im Ortschaftsrat Bettringen.
 
Im Interview betont er die Vielfalt der Lebensmittelauswahl und berichtet, welche Dimensionen Ernährung über den regionalen Aspekt hinaus hat.
 
MLR: Lieber Herr Tickert, was bedeutet „gutes Essen und Trinken“ für Sie persönlich?
Tickert: Guter Geschmack, gute Qualität, Vielfalt, wenn möglich mit regionalen und saisonalen Produkten und fairen Preisen.
 
MLR: Gibt es ein Lieblingsgericht, das Sie mit Ihrer Kindheit oder Heimat verbinden?
Tickert: Ich habe viele Lieblingsgerichte, aber wenn ich an meine Kindheit denke...Linsen mit Spätzle.
 
MLR: Welche Lebensmittel dürfen bei Ihnen zu Hause nie fehlen und warum?
Tickert: Gemüse, Brot, Butter und Käse. Gemüse schmeckt so gut und darf in der Ernährung einfach nicht fehlen. Und Brot liebe ich einfach.
 
MLR: Wie sieht für Sie eine genussvolle und alltagstaugliche Mahlzeit aus?
Tickert: Es muss natürlich einigermaßen fix zubereitet sein und sollte ausgewogen sein.
Das kann eine Curry-Wokpfanne, ein Pastagericht oder Linsen mit Spätzle sein.
 
MLR: Was ist Ihr bester Ernährungstipp, der zugleich einfach umsetzbar ist?
Tickert: "Bunt" zu essen trifft es wohl am ehesten. Das heißt von allem etwas und von nichts zu viel.
 
MLR: Welche persönlichen Werte motivieren Sie, sich für regionale Lebensmittel einzusetzen und wie spiegeln sich diese in Ihrem Engagement wider?
Tickert: Mir ist ein fairer Umgang mit unseren Erzeugern, aber auch Umweltschutz und natürlich der Genuss frischer Nahrungsmittel sehr wichtig. Vor allen Dingen aber, dass Lebensmittel wertvoll sind, auch dann, wenn sie nicht mehr so schön anzusehen sind. Deshalb engagiere ich mich bei einer lokalen Organisation in meinem Ort. Wir retten jede Woche noch genießbare Lebensmittel vor dem Wegwerfen und stellen sie allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.
 
MLR: Warum engagieren Sie sich für eine bessere Esskultur in Baden-Württemberg?
Tickert: Gutes Essen ist für mich nicht nur Genuss, sondern auch Gesundheitsfürsorge.
 
MLR: Was möchten Sie anderen Menschen – z. B. Familien, Kindern oder Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung – mitgeben?
Tickert: Probiert mal gemeinsam was Neues aus. Ob bekannte Gerichte neu interpretiert oder bisher nicht verwendete Lebensmittel: In Gemeinschaft macht kochen und essen mehr Spaß und man ist offener für neue Gerichte.
 
MLR: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Ernährung in Baden-Württemberg?
Tickert: Mehr regionale und saisonale Lebensmittel verwenden. Und eine gute und gesunde Verpflegung in Kita und Schule, wie das in anderen Ländern wie z. B. Japan umgesetzt wird.
 
MLR: Bitte vervollständigen Sie den Satz: BaWü zu Tisch heißt für mich …
Tickert: … Ernährung als Ganzes zu betrachten. 
 
MLR: Verraten Sie uns noch Ihr Lieblingsessen?
Tickert: Tut mir leid, aber da gibt es einfach zu viele.
 
MLR: Lieber Herr Tickert, herzlichen Dank für das Gespräch.