Unser Ernährungsbotschafter Prof. Dr. Eckart Hammer steht für den 8. Leitsatz "Ernährungsarmut begegnen".
Er hat sich während seiner universitären Zeit intensiv mit Alterswissenschaften beschäftigt und ist Autor und Coach.
Im Interview verrät er uns, warum er sich bei „BaWü zu Tisch“ engagiert und welche Rolle Gemeinschaft dabei spielt.
MLR: Lieber Herr Prof. Dr. Hammer, was bedeutet „gutes Essen und Trinken“ für Sie persönlich?
Hammer: Mit gutem Essen und Trinken tut man Leib und Seele etwas Gutes. Das geht weit über die reine Nahrungsaufnahme hinaus.
MLR: Gibt es ein Lieblingsgericht, das Sie mit Ihrer Kindheit oder Heimat verbinden?
Hammer: Dampfnudeln - bei uns 7 Geschwistern heiß geliebt, aber immer auch ein kleiner Streitfall, wer den Topf auskratzen durfte.
MLR: Welche Lebensmittel dürfen bei Ihnen zu Hause nie fehlen und warum?
Hammer: Es sind nicht viele Lebensmittel, aber Brot, Butter, Käse, Marmelade und Kaffee, das muss sein. Damit komme ich gut durch den Tag.
MLR: Wie sieht für Sie eine genussvolle und alltagstaugliche Mahlzeit aus?
Hammer: Das sind Gerichte mit wenigen Zutaten, die sich schnell und mit wenig Aufwand zubereiten lassen. Mit kleinen Variationen lassen sich diese individuell anpassen. Mein persönlicher Tipp ist Spaghetti mit Parmesan und Salat.
MLR: Was ist Ihr bester Ernährungstipp, der zugleich einfach umsetzbar ist?
Hammer: Im Alltag muss vieles schnell gehen, was aber nicht zu Lasten des Genusses gehen muss. Nudelgerichte passen eigentlich immer und sind einfach in der Umsetzung. Dazu ein kleiner Salat und schon hat man eine ausgewogene Mahlzeit.
MLR: Welche persönlichen Werte motivieren Sie, sich für regionale Lebensmittel einzusetzen und wie spiegeln sich diese in Ihrem Engagement wider?
Hammer: Nachhaltigkeit ist in allen Lebensbereichen wichtig, auch bei der Erzeugung von Lebensmitteln. Unser Handeln wirkt sich nicht nur auf uns aus, sondern auch auf die kommenden Generationen. Deswegen kaufe und esse ich, wenn möglich, regionale Lebensmittel. Deren Transportwege sind kurz und die Produkte meist hochwertig und optimal gereift. Und die Wertschöpfung bleibt in der Region, was auch ein wichtiger Faktor ist.
MLR: Warum engagieren Sie sich für eine bessere Esskultur in Baden-Württemberg?
Hammer: Weil gute Ernährung im Alter so wichtig ist.
MLR: Was möchten Sie anderen Menschen – z. B. Familien, Kindern oder Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung – mitgeben?
Hammer: Wir brauchen mehr Achtsamkeit beim Essen, mehr Umweltbewusstsein und mehr Gemeinschaft. Wer Lebensmittel einkauft oder sogar selbst produziert und sie gemeinsam zubereitet, versteht automatisch, warum Lebensmittel wertvoll sind und dass es zusammen einfach besser schmeckt.
MLR: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Ernährung in Baden-Württemberg?
Hammer: Gesunde, regionale Lebensmittel für alle. Es sollte nicht vom Geldbeutel oder dem Wohnort abhängen, sich ausgewogen und nachhaltig ernähren zu können. Ernährungsarmut ist ein Problem, quer durch die Gesellschaft, das wir aber lösen müssen.
MLR: Bitte vervollständigen Sie den Satz: BaWü zu Tisch heißt für mich …
Hammer: …die Menschen nicht zu vergessen, die sich gesunde Ernährung nicht leisten können.
MLR: Verraten Sie uns noch Ihr Lieblingsessen?
Hammer: Nudelauflauf.
MLR: Lieber Herr Prof. Dr. Hammer, herzlichen Dank für das Gespräch.